Wie alles begann

Es gibt da Leute, allen voran meine Eltern, die behaupten, ich wäre mit Motorsport-Viren infiziert worden, lange bevor ich überhaupt geboren wurde. Meine Eltern waren damals bereits lange Jahre im Motorsport aktiv, so hatten die beiden im Spätsommer 1986 auch für eine Gleichmäßigkeitsprüfung in Zolder/Belgien genannt. Als der Arzt dann meinte, meine Mutter wäre schwanger, stand die Frage im Raum, was nun. Nenngeld war bezahlt, Nennbestätigung schon im Hause, also endschied man sich, den Einsatzwagen, ein gemachtes C-Coupe aus der 1000er-Serie, auf dem Hänger zu lassen und statt dessen mit dem Zugwagen zu fahren, einem Ascona-B 2,0, natürlich mit Doppelvergaser, Kopf, Nocke, Bügel und Fahrwerk, allerdings nicht ganz so hart gefedert wie das C-Coupe. Vielleicht stimmt's ja, daß dies der Ursprung des Ganzen war. Nachdem ich dann an der frischen Luft war, ging es natürlich weiter.

 

Zur Taufe hatte ich ein Schaukelpferd bekommen. Overall und Helm war damals schon ein Muß.

 

 

Der Schrecken aller Schuhspitzen, das Bobby-Car

 

 

Als ich dann etwas größer wurde, hatte ich bereits einen Ölkannister in der Hand, der zu meinem Elektro-Jeep gehörte.

 

 

Meine Eltern verschwiegen zunächst, daß das Ding zwei Vorwärtsgänge besitzt. Als ich das heraus gefunden hatte, gab es kein Halten mehr. Mama quietschte immer so schön, wenn ich beim Driften üben durch die Tulpen knallte

 

 

Rohrrahmen, ein Sitz und vier Räder. War damals schon attraktiv, auch wenn es noch keinen Motor hatte.

 

 

Alles, was vier Räder hatte, war faszinierend. Mit 4 Jahren bereits steuerte ich das elterliche Auto über den Campingplatz, Papa hatte vorsichtshalber die Kontrolle über Gas und Bremse behalten (wäre ich eh nicht drangekommen). Auch mein erstes Fahrrad hatte 4 Räder. Als dann die Stützen abkamen, habe ich es trotzdem weiter akzeptiert. Ein Ausritt auf einem Kindermotorrad funktionierte zwar, machte aber keinen Spaß. Also blieb ich bei den vier Rädern. Die ersten Gehversuche im Kart, so mit 6 Jahren, waren enttäuschend. Weil ich trotz 3 Einstecksitzen und viel Schaumstoff nicht an die Pedale kam, schob mich ein Streckenposten um den Parcours

 

 

Viel zu langsam. Dann aber waren wir einmal, ich war Ende sieben, bei einem Saisonauftakt der Motorsportjugend Nordrhein-Westfalen in Wildenrath, einem ehemaligen US-Flughafen. Dort war auch ein Schnupperkart-Parcours aufgebaut. Papa erstand ein Ticket, ich setzte mich in das Kart und führ. Ab sofort hatte ich leuchtende Augen.

 

Dann kamen die ersten Jugendkart-Slaloms, bei denen ich Letzter wurde. Das machte aber überhaupt nichts, es war einfach nur gut. Die Platzierungen wurden besser, die ersten Pokale kamen, später dann auch die ersten Siege und Clubmeistertitel.

 

Als ich gerade acht war und vielleicht 2 oder 3 Slalomwettbewerbe mit den jeweils letzten Plätzen belegt hatte, kam das erste große Erfolgserlebnis. Der MSC St. Tönis veranstaltete für die Geschäftskette DOMÄNE in vielen Städten Jugendkartslaloms für Jedermann.

 

 

Dem Tagessieger sollten viele tolle Preise winken, ein Schlafsack, ein Zelt, ein Fotoapparat und viele andere schöne Sachen mehr. Die wollte ich haben, unbedingt. Und ich bekam sie auch! Auf diesen beiden Fotos holten mich meine Eltern nach der Zieldurchfahrt im Finallauf aus dem Schaumstoff

 

 

Fachkundiger Rat ist viel wert. Die damaligen Mercedes Werksfahrer Kurt Thiim und Sandy Grau freuten sich mit mir über eine gute Leistung bei einer Kart-Demo.

 

 

So etwa im Mai/Juni 1999 änderte sich dann das Sportleben gravierend. Rainer Kiauka vom RT Albatros sprach mich an, ob ich Kartrennen fahren wollte, er würde mir dann ein Kart zur Verfügung stellen. Ich war Feuer und Flamme, meine Eltern nickten, Rainer Kiauka hielt Wort und übergab uns das blaue 270 ccm, 9PS Kart, mit dem ich bis Mitte 2001 in der AvD-PRO2000 Rennkartserie unterwegs war.

 

 

Egal, was für ein Wetter, egal, ob die Anfahrt weit ist, Hauptsache, man kann Rennen fahren. Obwohl ich in der gesamten Saison 2000 technische Problem hatte und hinterher fuhr, habe ich nie aufgegeben und hoffe nun auf die Saison 2001, und ich habe mir fest vorgenommen, vorne mitzumischen, wenn das Kart läuft.

 

 

Mitte 2001 kauften wir ein eigenes Kart für die AvD - PRO2000 Rennkart-Trophy mit 390 ccm und 13 PS Viertaktmotor. Den Rest der Saison benutze ich, um mich in der Top-Klasse der PRO2000, der SOLID, einzugewöhnen.

 

Aber: einen wunderschönen 2-Takter habe ich ja auch noch. Ein BRM-Chassis mit einem 125 ccm IAME – Motor.